7 bis 10 Milliarden Franken — für einen S-Bahn-Tunnel

Die aktuelle Kostenschätzung für das Herzstück liegt bei 7 bis 10 Milliarden Franken. Zum Vergleich: Der gesamte Basler Kantonshaushalt beträgt rund 5 Milliarden pro Jahr. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass der Bund die Gesamtkosten tragen wird. Kommende Generationen erben Schulden und hohe Unterhaltskosten.

Durchfahrt statt Haltestellen — die Stadt geht leer aus

Die aktuelle Variante der Durchmesserlinie sieht keine Haltestellen in der Innenstadt vor. Der S-Bahn-Tunnel verbindet lediglich den Badischen Bahnhof mit dem Bahnhof SBB — unterirdisch, ohne Halt. Basel-Stadt investiert Millionen in ein Projekt, von dem es kaum profitiert.

Zeithorizont 2050 — warum jetzt 3,6 Millionen ausgeben?

Der Bund hat das Herzstück in der Priorität zurückgestuft. Ein Baubeginn ist frühestens ab den 2050er-Jahren realistisch. Trotzdem wollen Basel-Stadt und Baselland bereits jetzt 3,6 Millionen in die weitere Planung investieren — inklusive 850’000 Franken für Lobbying beim Bund. Das ist voreilig und unverantwortlich.

Schneller, günstiger, wirksamer — die Alternativen

Statt auf ein Jahrzehntprojekt zu warten, können wir den ÖV in der Region heute verbessern:

  • Ring-S-Bahn: Erschliesst die wichtigen Wirtschaftsstandorte der Region besser als ein Durchmessertunnel.
  • S-Bahn bis Mülhausen: Wird voraussichtlich bereits 2030 realisiert.
  • S-Bahn-Station Morgarten: Ist in Planung und bringt dem Kleinbasel direkten Nutzen.
  • Hochrheinstrecke: Die Elektrifizierung wird die grenzüberschreitende Verbindung deutlich verbessern.
  • Ausbau Birstal: Doppelspurausbau im Birstal mit Halbstundentakt bis Laufen.
  • Ausbau Liestal: mit Viertelstundentakt ab Basel.

Zu steil für alles ausser S-Bahnen

Die geplante Durchmesserlinie hat so starke Steigungen, dass sie nur von S-Bahn-Zügen befahren werden kann. Fernverkehrs- oder Güterzüge können den Tunnel nicht nutzen. Das schränkt den Nutzen massiv ein und macht die Investition noch fragwürdiger.