Die argumente
Darum NEIN
Am 14. Juni stimmen wir über den Grossratsbeschluss ab, der 3,6 Millionen Franken für die weitere Planung des «Herzstücks» vorsieht — davon 850’000 Franken allein für Lobbying. Wir finden: Dieses Geld ist falsch investiert. Hier sind unsere Gründe.

1
Unverhältnismässig teuer
7 bis 10 Milliarden Franken — für einen S-Bahn-Tunnel
Die aktuelle Kostenschätzung für das Herzstück liegt bei 7 bis 10 Milliarden Franken. Zum Vergleich: Der gesamte Basler Kantonshaushalt beträgt rund 5 Milliarden pro Jahr. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass der Bund die Gesamtkosten tragen wird. Kommende Generationen erben Schulden und hohe Unterhaltskosten.

2
Kein Nutzen für Basel-Stadt
Durchfahrt statt Haltestellen — die Stadt geht leer aus
Die aktuelle Variante der Durchmesserlinie sieht keine Haltestellen in der Innenstadt vor. Der S-Bahn-Tunnel verbindet lediglich den Badischen Bahnhof mit dem Bahnhof SBB — unterirdisch, ohne Halt. Basel-Stadt investiert Millionen in ein Projekt, von dem es kaum profitiert.

3
Der Bund hat abgestuft
Zeithorizont 2050 — warum jetzt 3,6 Millionen ausgeben?
Der Bund hat das Herzstück in der Priorität zurückgestuft. Ein Baubeginn ist frühestens ab den 2050er-Jahren realistisch. Trotzdem wollen Basel-Stadt und Baselland bereits jetzt 3,6 Millionen in die weitere Planung investieren — inklusive 850’000 Franken für Lobbying beim Bund. Das ist voreilig und unverantwortlich.

4
Es gibt bessere Alternativen
Schneller, günstiger, wirksamer — die Alternativen
Statt auf ein Jahrzehntprojekt zu warten, können wir den ÖV in der Region heute verbessern:
- Ring-S-Bahn: Erschliesst die wichtigen Wirtschaftsstandorte der Region besser als ein Durchmessertunnel.
- S-Bahn bis Mülhausen: Wird voraussichtlich bereits 2030 realisiert.
- S-Bahn-Station Morgarten: Ist in Planung und bringt dem Kleinbasel direkten Nutzen.
- Hochrheinstrecke: Die Elektrifizierung wird die grenzüberschreitende Verbindung deutlich verbessern.
- Ausbau Birstal: Doppelspurausbau im Birstal mit Halbstundentakt bis Laufen.
- Ausbau Liestal: mit Viertelstundentakt ab Basel.

5
Technisch fragwürdig
Zu steil für alles ausser S-Bahnen
Die geplante Durchmesserlinie hat so starke Steigungen, dass sie nur von S-Bahn-Zügen befahren werden kann. Fernverkehrs- oder Güterzüge können den Tunnel nicht nutzen. Das schränkt den Nutzen massiv ein und macht die Investition noch fragwürdiger.